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Die nordischen Götter Asen und Wanen versammelt – Odin mit Speer, Thor mit Hammer, Freya, Tyr und Heimdall im Runenstein-Stil vor dem Weltenbaum
·11 Min Lesezeit · 4,2 (29) ·7 Kommentare

Nordische Götter: Asen und Wanen im Überblick

Nordische Götter verständlich erklärt: Asen und Wanen, der Wanenkrieg, Odin, Thor, Freya, Loki, Tyr, Heimdall, Baldr und mehr – mit Rollen, Quellen und ehrlicher Einordnung.

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Zwei Götterfamilien, ein Pantheon

Wer sich mit den nordischen Göttern beschäftigt, stößt schnell auf eine Besonderheit: Es gibt nicht nur eine Götterfamilie, sondern zwei. Die Asen (altnordisch Æsir) und die Wanen (Vanir) bilden gemeinsam das Pantheon der nordisch-germanischen Mythologie. Sie standen sich am Anfang der Zeit sogar als Kriegsparteien gegenüber – und verschmolzen am Ende zu einer einzigen Götterwelt.

Dieser Beitrag ist die Überblicksseite zum Thema: Wer gehört zu welcher Familie? Welche Rolle spielt jeder der großen Götter – Odin, Thor, Freya, Loki, Tyr, Heimdall, Baldr, Frigg, Njörd und Freyr? Und woher wissen wir das eigentlich? Von hier aus geht es in die einzelnen Götter-Beiträge in die Tiefe.

Die nordischen Götter Asen und Wanen versammelt – Odin mit Speer, Thor mit Hammer, Freya, Tyr und Heimdall im Runenstein-Stil vor dem Weltenbaum

Woher unser Wissen stammt – und seine Grenzen

Bevor wir die Götter vorstellen, ein ehrliches Wort zur Quellenlage. Die Wikinger selbst haben ihre Mythen nicht systematisch verschriftlicht. Überliefert wurde mündlich, in Versform. Erst im 13. Jahrhundert – also rund 200 Jahre nach der Christianisierung Islands – entstanden die beiden Texte, auf denen praktisch alles Wissen ruht:

  • die Lieder-Edda (Poetische Edda), eine Sammlung älterer Götter- und Heldengedichte, erhalten vor allem im Codex Regius;
  • die Snorra-Edda (Prosa-Edda) des isländischen Gelehrten Snorri Sturluson um 1220.

Wichtig: Snorri war Christ und schrieb mit Abstand. Er ordnete und deutete den heidnischen Stoff – manches ist eher seine geordnete Nacherzählung als ungefilterter Glaube. Weil die Mythen erst spät und aus mehreren Quellen kodifiziert wurden, variieren Details von Text zu Text. Wer das nicht mitdenkt, hält moderne Glättungen schnell für altes Wissen. Einen breiteren Einstieg gibt unser Beitrag Nordische Mythologie im Überblick.

Asen und Wanen: der Unterschied

Die beiden Familien stehen für unterschiedliche Sphären des Lebens.

Die Asen sind die herrschende, kriegerisch geprägte Götterfamilie. Zu ihnen zählen Odin, Thor, Tyr, Heimdall, Baldr, Frigg und – als komplizierter Sonderfall – Loki. Ihr Wohnsitz ist Asgard.

Die Wanen sind die ältere, kleinere Familie der Fruchtbarkeit, des Wohlstands und der Natur. Zu ihnen gehören vor allem Njörd, Freyr und Freya; ihr Reich ist Vanaheim. Laut der World History Encyclopedia stehen die Asen für Krieg und Herrschaft, die Wanen für Fruchtbarkeit, Reichtum und Handel.

Der Wanenkrieg und der Geiselaustausch

Am Anfang der mythischen Zeit kam es zum Wanenkrieg, dem ersten Krieg der Welt überhaupt. Er endete nicht mit einem klaren Sieg, sondern mit einem Friedensschluss und einem Geiselaustausch: Njörd, Freyr und Freya gingen zu den Asen, im Gegenzug zogen Hönir und Mimir zu den Wanen. Genau hier wird die Quellenlage allerdings unscharf – die Edda-Texte nennen die Namen der Geiseln nicht völlig einheitlich, und der Hergang ist in der Forschung diskutiert. Sicher ist die Grundbewegung: Aus zwei rivalisierenden Familien wurde durch Austausch und Heirat eine gemeinsame Götterwelt.

Die wichtigsten Asen

Odin – der Allvater

Odin ist der oberste Gott der Asen: Herr über Krieg, Weisheit und Dichtkunst, getrieben von einem fast schmerzhaften Wissensdurst. Er opferte ein Auge an Mimirs Brunnen für einen Schluck Weisheit und hängte sich neun Nächte selbst am Weltenbaum auf, um die Runen zu gewinnen. Auf seinen Schultern sitzen die Raben Hugin und Munin. Mehr dazu im Beitrag Odin · Allvater sowie zu den Raben unter Hugin und Munin.

Thor – Beschützer von Midgard

Thor ist der Donnergott und stärkste Krieger der Asen. Mit seinem Hammer Mjölnir schützt er Götter und Menschen vor den Riesen. Anders als Odin ist er kein Grübler, sondern ein Garant der Ordnung. Seine Geschichte erzählen wir ausführlich in Thor und Mjölnir.

Tyr – Gott von Recht und Mut

Tyr ist der Gott des Kampfes, vor allem aber von Recht, Eid und Vertrag. Sein berühmtester Mythos: Um den Fenriswolf zu fesseln, legte Tyr als Pfand seine rechte Hand in das Maul des Wolfes. Als Fenrir die List bemerkte, biss er zu – Tyr verlor die Hand, aber die Götter gewannen Zeit. Sein Opfer steht für das Prinzip, dass Ordnung einen Preis hat.

Heimdall – der Wächter

Heimdall bewacht die Regenbogenbrücke Bifröst und damit den Zugang zu Asgard. Er sieht und hört über riesige Entfernungen und gilt als „Sohn von neun Müttern” – eine rätselhafte Formel, die in der Forschung oft mit den Wellentöchtern des Meeres oder den neun Welten in Verbindung gebracht wird. Bei Ragnarök bläst er sein Horn Gjallarhorn und ruft die Götter zur letzten Schlacht.

Baldr und Frigg – Licht und Mutterliebe

Baldr, Sohn von Odin und Frigg, ist der Gott von Licht und Reinheit, der schönste und beliebteste der Asen. Seine Mutter ließ alle Dinge schwören, ihm niemals zu schaden – nur die Mistel übersah sie, weil sie ihr zu jung und harmlos schien. Genau diese Mistel wird, von Loki gelenkt, zu Baldrs Verhängnis. Frigg selbst ist die Königin der Asen, Göttin von Ehe, Mutterschaft und Vorauswissen.

Loki – der Sonderfall

Loki wird in der Prosa-Edda zu den Asen gezählt, ist aber keiner von ihnen im engeren Sinn: Er ist der Sohn eines Riesen, Gestaltwandler, mal Helfer, mal Unruhestifter. Er beschafft den Göttern ihre Schätze – und treibt zugleich den Tod Baldrs voran. Loki ist die produktive Störung im System, ohne die viele Geschichten gar nicht in Gang kämen.

Die wichtigsten Wanen

Njörd, Freyr und Freya

Njörd ist der Gott des Meeres, der Seefahrt und des Reichtums – Stammvater der Wanen unter den Asen. Sein Sohn Freyr ist Gott des Friedens, der Fruchtbarkeit und der guten Ernte; ihm werden Sonne, Regen und Wohlstand zugeordnet. Seine Schwester Freya ist Göttin der Liebe, der Fruchtbarkeit und der Magie (Seiðr) – zugleich aber eine Kriegsgöttin, die die Hälfte der Gefallenen in ihre Halle Fólkvangr aufnimmt. Damit ist sie weit mehr als eine „Liebesgöttin”.

Mythos gegen Wahrheit

Rund um die nordischen Götter kursieren viele Halbwahrheiten. Eine ehrliche Gegenüberstellung:

Verbreitete AnnahmeWas die Quellen sagen
Asen und Wanen sind nur zwei Namen für dasselbeEs sind zwei Familien, die sich erst nach dem Wanenkrieg vereinten
Freya ist „nur” LiebesgöttinSie ist auch Kriegs- und Magiegöttin und teilt sich die Gefallenen mit Odin
Loki ist der „Teufel” der NordmythologieEin dualistischer Teufel ist eine christliche Lesart; Loki ist ambivalent, nicht reines Böses
Tyr ist bloß ein KriegsgottVor allem Gott von Recht, Eid und Vertrag
Die Edda gibt ein einheitliches GötterbildDie Texte entstanden spät und widersprechen sich in Details

Vom Mythos auf den Stoff

Diese Götterwelt ist seit 2011 die Designsprache von North Legendary®. Wir übersetzen Asen und Wanen in tragbare Motive – Odins Speer, Thors Hammer, Freyas Symbolik – als nordisch inspirierte Streetwear für Damen und Herren. Wer die großen drei direkt tragen will, findet sie in der Herren-Kollektion: etwa Odin · Allvater (Herren), das Motiv Mjölnir · Thors Hammer (Herren) und Freya (Herren).

Damit aus einem Symbol ein langlebiges Kleidungsstück wird, drucken wir in Deutschland im DTG-Direktdruckverfahren – die Farbe wird direkt in die Faser eingebracht, was für brillante, alltagstaugliche Drucke sorgt. Die Textilien sind OEKO-TEX®-zertifiziert, also auf Schadstoffe geprüft. Mythologie, Stoff und Druck gehören für uns zusammen: ein Motiv, das etwas bedeutet, auf einem Shirt, das hält.

So nutzt du diese Überblicksseite

Diese Seite ist der Knotenpunkt. Von hier aus führen die Wege in die Tiefe: zu Odin, zu Thor und Mjölnir, zu den Raben Hugin und Munin und in den großen Rahmen der nordischen Mythologie. Wer die Götter verstehen will, sollte immer die Quellen mitlesen – und im Zweifel das Umstrittene als umstritten anerkennen.

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Quellen

Häufige Fragen

Das fragen sich viele.

Was ist der Unterschied zwischen Asen und Wanen?

Die Asen (z. B. Odin, Thor, Tyr, Heimdall) sind die herrschende, kriegerisch geprägte Götterfamilie mit Sitz in Asgard. Die Wanen (Njörd, Freyr, Freya) stehen für Fruchtbarkeit, Wohlstand und Natur und leben in Vanaheim. Nach dem Wanenkrieg verschmolzen beide Familien durch einen Geiselaustausch zu einer gemeinsamen Götterwelt.

Wer sind die wichtigsten nordischen Götter?

Zu den bekanntesten Asen zählen Odin (Allvater), Thor (Donnergott), Tyr (Recht und Mut), Heimdall (Wächter), Baldr (Licht), Frigg (Königin) und der ambivalente Loki. Die wichtigsten Wanen sind Njörd, Freyr und Freya. Gemeinsam bilden sie das nordische Pantheon.

Was war der Wanenkrieg?

Der Wanenkrieg gilt als erster Krieg der mythischen Zeit, ausgetragen zwischen Asen und Wanen. Er endete nicht mit einem Sieg, sondern mit Frieden und einem Geiselaustausch: Njörd, Freyr und Freya kamen zu den Asen, Hönir und Mimir zu den Wanen. Die genauen Namen variieren je nach Quelle.

Ist Loki ein Ase oder ein Riese?

Beides zugleich. Loki ist der Sohn eines Riesen, wird in der Prosa-Edda aber zu den Asen gezählt und lebt unter ihnen. Er ist Gestaltwandler und ambivalent – mal Helfer der Götter, mal Unruhestifter. Die Gleichsetzung mit einem christlichen Teufel ist eine moderne Lesart, keine altnordische.

Woher wissen wir etwas über die nordischen Götter?

Fast alles stammt aus zwei isländischen Texten des 13. Jahrhunderts: der Lieder-Edda und der Snorra-Edda von Snorri Sturluson. Beide entstanden Jahrhunderte nach der Christianisierung, weshalb Details schwanken und manches christlich überformt ist. Archäologische Funde und Runeninschriften ergänzen das Bild.

Trage die Legende

In unseren Designs.

Dieses Motiv gibt es bei North Legendary® – in Deutschland bedruckt, OEKO-TEX® zertifiziert.

Sippe sagt

Bewertungen & Kommentare

4,2 29 Bewertungen
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Insa

Cool, dass ihr auch die isländischen Quellen erwähnt. Selten so sauber gesehen.

Kathrin W.

Richtig gut, wie ihr Nordische Götter einordnet, ohne in den üblichen Kitsch zu verfallen. Ich habe danach noch zwei der verlinkten Quellen gelesen und einiges dazugelernt. Dass ein Shop sich die Mühe macht, die Mythologie hinter den Motiven so sauber aufzuarbeiten, hebt euch wirklich ab. Weiter so!

Nele

Endlich mal ein Artikel, der die Mythen sauber von der Popkultur trennt. Richtig gut recherchiert!

Annika R.

Ich trage seit Jahren nordische Motive, aber den Hintergrund zu Nordische Götter habe ich erst hier richtig verstanden. Toll, dass ihr auch die unbequemen Details nicht auslasst und nichts romantisiert. So ein Beitrag macht das Motiv auf dem Shirt erst richtig wertvoll. Bitte unbedingt so weitermachen.

Christoph M.

Endlich jemand, der Quellen nennt statt nur zu behaupten. Top.

Torben S.

Schöner Mix aus Tiefe und Verständlichkeit. Gefällt mir.

Ole

Sachlich, fundiert, gut lesbar – Respekt für die Recherche.

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